- Published On: April 14, 2026Categories: News
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- Published On: April 7, 2026Categories: Emanzipation, News
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- Published On: April 5, 2026Categories: News
- Published On: März 31, 2026Categories: News
- Published On: März 30, 2026Categories: News
- Published On: März 30, 2026Categories: News
- Published On: März 30, 2026Categories: US Blockade
OFFENER BRIEF (8.04.2026) AN SRF
Der lange Schatten Lester D. Mallory’s erstickt Cuba!
Wie SRF und die Journalistin Anna Lemmenmeier unter dem irreführenden und demagogischen Titel «Fidel Castro’s Schatten erstickt Kuba» das IS-imperialistische Narrativ verbreiteten und, zusammen mit anderen westlichen Medien mithilft, einem US- herbeigeführten Umsturz in Cuba oder sogar möglicher militärischen Intervention propagandistisch den Weg zu ebnen.
Sehr geehrte Frau Lemmenmeier, Sehr geehrte Frau Meier,
An SRF
Der lange Schatten Lester D. Mallorys erstickt Cuba!
Und wie SRF sich in plumper US-Propaganda gegen das revolutionäre Cuba übt.
Kritik an den Sendungen zu Cuba von 1./2. April 2026 von Anna Lemmenmeier in SRF «International»
Zu unserem Hintergrund. Wir sind eine solidarische, internationalistische Organisation aus Zürich/Ostschweiz zur Unterstützung des revolutionären Cuba und seiner Bevölkerung. Einige unserer Mitglieder sind seit über 30 Jahren immer wieder und auch intensiv in Cuba tätig, u.a. in der Kultur, im Sport und seit vielen Jahren auch in der Agroökologie, sowie mit verschiedenen Unterstützungsprojekten. Wir sind in ganz Cuba sehr gut vernetzt, mit Menschen aus unter- schiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, mit vielfältigem Hintergrund, Student*innen, Arbeitende, Kulturschaffende, Sportler*innen, Campesina/os, usw. – und auch mit diversen Zusammenhängen von/mit Kindern!
Wir haben u.a. MediCuba-Suisse mit einem grösseren finanziellen Beitrag in ihrer Medikamenten- kampagne vor ein paar Jahren unterstützt. Vor Kurzem haben wir einen Donations-Container mit landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen, sowie Velos usw., die in der Schweiz gespendet wurden, nach Cuba senden können. Diese Geräte haben wir in verschiedenen Provinzen an bäuerliche Betriebe verteilt. Ein grosser Erfolg! Unser neuestes Projekt ist die Lieferung von 100 solaren Wasserpumpen für die cubanische Landwirtschaft, für Centros Comunitarios und Polykliniken. Einige dieser hocheffizienten solaren und mobilen Pumpen haben wir bereits als Pilotprojekt an verschiedenen Orten eingesetzt. Ebenfalls ein grosser Erfolg, zugunsten der bäuerlichen Bevölkerung, der landwirtschaftlichen Produktion und damit ein Beitrag zum Kampf Cubas auf seinem revolutionären und selbstbestimmten Weg für seine Ernährungssouveränität, die in Cubas fortschrittlicher Verfassung verankert ist.
Mit diesem Hintergrund schreibe ich Ihnen zu Ihrer Sendung vom 1. /2. April zu Cuba. Beiliegend schicke ich Ihnen einen Blog vom international bekannten und sehr beliebten cubanischen Musiker/Sänger Silvio Rodriguez, einem ebenfalls sehr kritischen Geist, der sich in seinem Blog «Segunda Cita» oft kritisch zu verschiedenen Themen Cuba betreffend äussert. In einem kürzlich veröffentlichen Interview in der mex. Tageszeitung «Jornada» meinte er, dass, sollte es zu einer US-amerikanischen Intervention kommen, die grosse Mehrheit der Cubanerinnen und Cubaner Cuba bewaffnet verteidigen würden. Da Silvio seine Landsleute doch recht gut kennt und auch mitten in vielen kritischen Auseinandersetzungen ist, kann man diese Aussage doch viel ernster nehmen, als Ihr «die Meisten.…..». Haben Sie empirische Resultate zu diesen «die Meisten .…»? Oder ist es einfach eine Behauptung, die in Ihr Narrativ passt? Behauptungen gehören ja eigentlich nicht zu seriösem journalistischen Werkzeug, nicht? Fakten sind gefragt, Frau Lemmen- meier, Wahrheitssuche, Sorgfaltspflicht und Ausgewogenheit, sowie der Grundsatz «audiatur et altera pars».
Doch der Reihe nach.
“.….….… The only foreseeable means of alienating internal support (from the government) is through disenchantment and disaffection based on economic dissatisfaction and hardship (…) every possible means should be undertaken promptly to weaken the economic life of Cuba (…) denying money and supplies to Cuba, to decrease monetary and real wages, to bring about hunger, desperation and overthrow of government.”
Dieses Memorandum, ein Fact aus dem US-Aussenministerium von Lester D. Mallory im April 1960 – also schon 1 Jahr nach der siegreichen Revolution, als noch keine sozialistische «Plan-», «Misswirtschaft» oder «Korruption» Cuba «ausgedorrt» hatten, noch kein «Schatten Fidel Castros Cuba erstickt hatte» müsste doch am Anfang Ihres Berichts mit dem Titel «Die Früchte der Revolution sind ausgedorr»t stehen. Ein angekündigter, völkerrechtswidriger Wirtschaftskrieg gegen Cuba, Hunger als wirkungsvolle, völker-rechtlich geächtete Waffe! Und Sie beschreiben eindrucksvoll die Wirkung, diese bitteren Früchte dieses Kriegsverbrechens seit über 65 Jahren, welches das Elend in Cuba hervorgebracht hat. «.….einem Finanz- und Handelsembargo der USA, das schon seit 1960 die Entwicklungsfähigkeit des Landes stark behinderte.» (Hans-Jürgen Frieß, April 2008, Dissertation an der Universität Augsburg). Müsste also der Titel nicht objektiv «Der lange Schatten Lester D. Mallorys erstickt Cuba» (in Cuba asfixiar genannt) heissen? Doch Sie verteilen die Anklage anders, sehr einseitig gegen Cuba, blenden dieses wichtige, verheerende Memorandum und seine folgende Umsetzung einfach aus, (haben sie es überhaupt gekannt? Würde doch zur Sorgfaltspflicht gehören, nicht?), ganz in der Tradition eines kolonialistisch- basierten ‘1. Welt’ — Blickes über die Länder des Globalen Südens. Erst recht noch, wenn Länder die Frechheit haben, sich aus der imperialistischen Klaue zu befreien, wenn sie einen andern, gerechten, als den kapitalistischen Weg versuchen. «Wie die haitianische Revolution, ist die cubanische Revolution das unverzeihliche Beispiel, das zerstört werden muss. Washingtons übergreifende Strategie zielt darauf ab, Cubas Recht auf Selbstbestimmung, Souveränität und Unabhängigkeit zu leugnen und auszurotten.» (Isaac Saneys, 18. 3. 2024, Kanada)
Wie im Verhältnis von Opfer und Täter sexualisierter Verbrechen «Die Scham (muss) die Seite wechseln », wie Gisèle Pélicot eindrücklich und richtig sagte, muss genau gleich auch im Verhältnis imperialistischer Herrenrasse-Doktrin des Nordens und revolutionärer Befreiungsprojekte im Globalen Süden auch die Anklage die Seite wechseln. Und die Liste der Anklagen gegen die Kriegsverbrecher aus den USA würde sehr lang: Nicht nur widerstanden Cuba und die cubanische Bevölkerung – ja, das cubanische Volk, Frau Lemmenmeier, das anerkennen ja sogar die USA (siehe Memorandum) oder der Schweizer Parlamen-tarier Hans-Peter Portmann, entgegen den fast ausschliesslich vorherrschenden Voten in Ihrem einseitigen Bericht, — bis jetzt der Blockade und der, noch brutaleren, Setzung Cubas auf die US-Liste «State Sponsors of Terrorism», die die totale finanzielle Austrocknung Cubas verfolgt, sondern zudem unzähligen terroristischen Attentaten mit vielen Toten, militärische Intervention wie diejenige in der
Schweinebucht, biologischen Attacken (B‑Attacken) auf die Landwirtschaft, einer immensen, millionenschweren Propagandamaschinerie, um nur einige Punkte der Methoden zu nennen, die von den USA losgetreten wurden.
Ja, die Früchte, die Setzlinge, die Kulturen in der Landwirtschaft – die Früchte der revolutionären Agrarreform gleich nach der siegreichen Revolution, um eine gerechte Produktion und Verteilung zu erreichen und nicht dominierenden, ungerechten Grossgrundbesitz für einige wenige Superreiche — diese Früchte verdorren immer mehr, da die fehlende Energie durch die totale Ölblockade es verhindert, dass die Kulturen regelmässig bewässert werden können, Kulturland bearbeitet werden kann. Hätten Sie es sich nur angeschaut auf Ihrem «Augenschein» in Cuba! Da ist es klar, dass die Preise in die Höhe schnellen, wie Sie richtig bemerken, ohne allerdings die Gründe dafür zu benennen. Es ist also pure Demagogie, wie Sie Ihren Bericht betiteln. Könnten die Bauern und Bäuerinnen normal produzieren, auch mit genügend und effizienten Geräten und Maschinen, die sie durch die US-Blockade jedoch nur sehr schwierig, oder gar nicht erwerben können, sähe die Produktivität der Landwirtschaft Cubas völlig anders aus. Die erstrebte Ernährungssouveränität wäre längst erreicht! Und gerechte Preise, was immer ein Anliegen der cubanischen Regierungen war, auch. Doch die USA wollen seit über 65 Jahren – ein immens langer und wirkungsvoller Schatten des Memorandums und seiner realen Umsetzung! — dass die cubanische Bevölkerung hungert! Hunger als Waffe! Um eine missliebige Regierung zu stürzen und eine Marionettenregierung, ganz nach langjähriger Monroe-Tradition, einsetzen zu können. Und dafür läuft die Propagandamaschinerie auf Hochtouren – wovon offensichtlich auch Ihre Berichte Teil zu sein scheinen: Denn dass Sie die Schweizer Bevölkerung wissen lassen wollen, dass die Cubanerin «Aida» Trump sogar zu einer Tasse Café einladen würde, weil angeblich nicht er sondern das cubanische «Regime» «.…für seine Bevölkerung einen harten Alltag bereit (hält).» Zynischer, unseriöser, ohne die Hungerwaffe der USA in der ganzen Dimension nur einmal beim Namen zu erwähnen, geht es nicht. In Cuba wird seit einiger Zeit von den Menschen der Begriff «Asfixia/asfixiar» gebraucht. Dies meint die Erstickung durch die US- Blockade, speziell der Ölblockade. Wie Sie dies umkehren und Ihren Bericht «Fidel Castros Schatten erstickt Kuba» betiteln können, ist nicht nachvollziebar, es ist pure Demagogie. Sollte eigentlich auch kein Werkzeug von seriösem, sorgfältigem Journalismus sein.
Es gibt viele Sachen, die Sie in Ihrem Bericht zwar aufführen, aber nicht hintergründig erklären, schon gar nicht mit Fakten beweisen. Sie schreiben über den «Demokratieaktivisten» Boris González Arenas und dass er am Flughafen gehindert wurde, auszureisen. Und, schreiben Sie, er «.…ist nicht der Einzige, der von diesen Schikanen betroffen ist.» Was für Schikanen? Dazu erwähnen Sie nichts, sondern nur pauschalisierend «Schikanen» und «nicht der Einzige». Sie nennen zudem González Arenas einen «Demokratieaktivisten» ohne über weitere, wichtige Hintergründe zu informieren. Z. B., dass González Arenas ein Freund von Mike Hammer ist, dem US-Missionschef auf Cuba, der sich massiv für einen Umsturz – auch einen gewaltsamen — in Cuba einsetzt, u.a. in einer Pressemitteilung, in der Hammer erklärte, was notwendig wäre, um einen “Regimewechsel” in Kuba herbeizuführen: eine “soziale Explosion”, ein Militärputsch sowie eine See- und Luftblockade. (Methoden des eingangs erwähnten US-Memorandums). Übrigens, sind solche Äusserungen eines Missionschefs eigentlich kompatibel mit dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen? Doch das kümmert Ihren «Demokratieaktivisten» González Arenas – und damit offenbar auch Sie — wenig. González Arenas «hob die historische Rolle der Vereinigten Staaten als Verbündeten der kubanischen Nation während ‘der kommunistischen Diktatur’ hervor. Zudem betrachtet er die aktuelle US-Administration – also der faschistoiden, imperialistischen und völkerrechtsbrechenden Trump/Rubio-Regierung! (Bemerkung von mir eingefügt) — als entschlossener im Umgang mit dem politischen System der Insel und zeigte sich entschlossen, dieses zu beenden» (Cibercuba, 27.3. 2026). Entschlossener im Umgang heisst konkret: Wirtschafts‑, Handels‑, Finanzblockade, totale Ölblockade inklusive Piraterie auf offener See, Androhung von militärischer Invasion (siehe Irak, siehe Libyen, siehe Gaza, siehe Iran, usw), Unterstützung von terroristischen Aktivitäten mit vielen Toten (siehe die Terroristen Luis Posada Carriles, Orlando Bosch). So sieht also der — von Ihnen natürlich nirgends erwähnte und bei ihm auch nicht kritisch hinterfragte — «demokratieaktivistische» Hintergrund Ihres Kronzeugen Boris González Arenas aus. Demokratiepolitisch und völkerrechtsmässig ermutigend, tatsächlich.…
Frau Lemmenmeier, wo ist hier journalistische Sorgfalt und Ausgewogenheit? Ich sehe sie nirgends. Dafür Halbwahrheiten, kolonialistische Einseitigkeit, Demagogie und Zynismus.
Auch die Schweizer Banken, die auf Geheiss – sprich Drohungen — der USA, in vorauseilendem Gehorsam keine Gelder, auch keine dringende Nothilfe z.B. während der Explosionskatastrophen in Matanzas und Havanna (Hotel Saratoga) nach Kuba überweisen, sind Teil der völkerrechtswid- rigen Blockade. Keine Gelder für Familienangehörige, keine Gelder für Projekte, nicht einmal Geld innerhalb der Schweiz, von einem zu einem anderen Konto z.B. für einen Unterstützungsbeitrag, wird durch die Banken überwiesen. Auf die Liste der Angeklagten müsste man also objektiver- und gerechterweise auch die offizielle Schweiz setzen. Die Anklage muss die Seite wechseln! Zumal selbst das Schweizer Parlament am 9. März 2019 in einer denkwürdigen Abstimmung urteilte: «.……Hauptgrund dafür ist die seit 60 Jahren einseitig geltende Wirtschaftsblockade, die mehrmals von der UNO als im Sinne des Völkerrechts als illegal verurteilt wurde.» Eine praktische Folge, also z.B. die Aufhebung der Blockade der Schweizer Banken, hatte dieses klare Urteil jedoch nicht. In diesem Zusammenhang mit der Petition «Unblock Cuba» vom März 2018/19 sagte übrigens der Parlamentarier Hans-Peter Portmann, dass er sicher sei, dass bei offenen Wahlen die kommunistische Partei Cubas die Wahlen bestimmt gewinnen würde.
Die Praxis der Banken, ihre Beteiligung an der finanziellen Ausblutung Cubas — alles völkerrechtlich illegal, aber das erwähnen Sie nirgends. Dafür überaus ausführlich wie schlecht und marode alles sei:
«Oft wirkt Havanna wie eine Stadt nach einem Krieg.» Stimmt, es sind die bitteren Früchte eines über 65-jährigen brutalen Wirtschaftskriegs der USA und ihrer Verbündeten, wie eben der Schweiz, der EU und neuerdings, durch die illegale und gewaltsame Entführung des venezola- nischen Präsidenten Maduro ermöglicht, der Marionettenregierung Venezuelas. Aber diesen US- Wirtschaftskrieg nennen Sie ja auch nicht beim Namen, dafür einen sog. «psychologischen Krieg» gegen die eigene Bevölkerung. Um nochmals Hans-Peter Portmann zu bemühen, der am 3.7.2015 im Bund zu einer Einschätzung von AI folgend zitiert wird: .….dass es nach wie vor ‘rechtsstaatliche Defizite’ gäbe. «Wir sollten aber nicht mit verschiedenen Ellen messen», findet er. Ansonsten dürfte die Schweiz zum Beispiel auch mit den USA keinen Handel betreiben.….»
Sie schreiben aber leider auch nicht, dass Cuba trotz allem mit positivem Leben erfüllt ist:
Es gibt nach wie vor ein grosses lebendiges Kulturangebot: Ich kenne in Havanna viele Theater, die funktionieren (leider wegen der grossen Transportproblemen natürlich mit weniger Besucher*innen), Tanzgruppen, die trainieren und Auftritte haben, jeden Sonntag – ausser bei Regen — und seit Jahren mitten auf dem belebten Prado eine öffentliche Tangoveranstaltung, oder das «Casineando» von Teresita Segarra in der Casa de la Música, im Januar das jährliche grosse Jazzfestival ‘Jazz Plaza’, im April das Festival ‘Danza Callejera in Habana Vieja- Ciudad en Movimiento’, Ballettaufführungen von Weltklasse, ebensolche Musikevents, Velo-Critica Masas, Poesie- und Humorfestivals, und und und. Einen «Augenschein» war Ihnen offensichtlich auch nicht wert, die vielen grösseren und kleineren Gruppen von mehrheitlich jungen Leuten zu besuchen, die sich im «Red Verde» und andern (Chat-)Orten organisieren, und die sich — ohne jede Repression von Behörden — mit praktischen Aktivitäten, Velotouren sowie theoretischen Events um eine gesunde Umwelt, sauberes Wasser usw. kümmern oder die vielen zukunftsgerichteten Agroökologie-Projekte, die sich, z.T. mit unserer Unterstützung durch solare Wasserpumpen und Geräten sehr erfolgreich und hoffungsvoll entwickeln. Auch andere solare (Gross-)Projekt, die seit einigen Jahren und seit 2024 noch intensiver realisiert werden, passen nicht in Ihr Narrativ und werden daher schlicht nicht erwähnt.
Wert war es Ihnen auch nicht, über die grosse Bicicletada mit tausenden Teilnehmer*innen zu berichten, die am 2. April über den Malecón von Havanna radelten, fröhlich und lachend Lieder sangen und antiimperialistische und Anti-Bloqueo — Parolen riefen. Vielleicht die Kinder Ihrer wohlgenährten «.….Kader der kommunistischen Partei (die) ein angenehmes Leben führen»? Aber wissen Sie, dass z.B. Liz Olivia Fernández, eine freie, unabhängige Journalistin, viele Interviews auf den Strassen Havannas und anderswo führt, um die Stimmung in der Bevölkerung zu fühlen, Meinungen einzuholen? Haben Sie mit Liz Olivia Fernández gesprochen? Kennen Sie diese Journalistin? Nur schon aus Gründen der Ausgewogenheit müssten in Ihrem Bericht einige Meinungen von durch Liz Olivia Fernández interviewten Menschen, die Trump keinen Café anbieten, sondern ihm, cubanisch stolz, ein «Cabron!» entgegenschleudern, vorkommen. Doch dann wären Sie wahrscheinlich gezwungen, Ihren kolonialistischen 1.Welt-Blick abzulegen und den Titel vom «langen Schatten Fidel Castros» zu ändern.
Deshalb noch einmal die Frage: Kennen Sie Liz Olivia Fernández? Nein? Dann wäre es interessant zu wissen: Wieso denn nicht? Durch tausende von Interviews auf den Strassen fühlt sie den Puls der Bevölkerung. Ein Spiegelbild der cubanischen Gesellschaft. Sowohl Pro wie auch Contra. Doch falls Sie sie kennen: Wieso kommt sie nicht vor in Ihrem Bericht?
Ein weiteres Beispiel Ihres völlig einseitigen «Journalismus» ist das mehrmals erwähnte «wer laut dagegen aufmuckt, kommt ins Visier der Behörden.» Was genau bedeutet «ins Visier der Behörden»? Beispiele? Konkrete, objektive Fälle? Bitte nicht wieder den «Demokratieaktivisten» Boris González Arenas, der ist wirklich ungeeignet. Kennen Sie «OnCubaNews»? Offener, kritischer, privater nicht-imperialismusorientierter Journalismus, der klar und genau über die Situation in Cuba informiert. Sitz in Havanna. Seit Jahren. Ich habe noch nie von Repressionen gegen «OnCubaNews» gehört. Weiter unten informiere ich Sie zu Georgina Alfonso González, kritische Philosophin, Feministin, Revolutionärin. Sie ist bekannt, beliebt, lebt in Havanna, repressionsfrei. Ich könnte noch viele Beispiele anführen, habe schon z.B. den Blog «Segunda Cita» von Silvio Rodriguez erwähnt. Muss ich Ihnen erklären, wer Silvio Rodriguez ist?
Dafür schreiben Sie über Personen wie «Aida», die nun für Sie eine weitere Kronzeugin spielen darf. Oder die Kinder von «Maria»: «Meine Kinder sind nicht einverstanden mit dem System hier». Etwas durchsichtig, nicht? Denn dieses «System hier» war leider zwangsläufig immer verbunden mit dem Überlebenskampf, mit der sich immer krasser und unmenschlicher verschärfenden US- Blockade und ihren brutalen Auswirkungen, ihren bitteren und giftigen Früchten, wie die finanzielle Austrocknung oder jetzt die Ölblockade. Eine selbstbestimmte, souveräne Entwicklung Cubas und seines Sozialismus liessen die USA nie zu. Eben, das unverzeihliche Beispiel. Ja, so wie «Aida», oder die Kinder von «Maria» denken bestimmt auch andere, es ist ihnen in dieser Situation auch nicht zu verübeln. Wie im US-Memorandum eingangs erwähnt, wollen die USA ja genau dies erreichen und sie wähnen sich schon kurz vor dem Ziel: Der Völkerrechtsverhöhner, Kriegstreiber und ‑verbrecher, rassistische und misogyne Trump — und Freund von Ihrem «Demokratieaktivisten» Boris González Arenas — meint ja, Kuba «schon bald übernehmen» zu können. Doch das meinte auch Kennedy vor 65 Jahren mit terroristischen Aktionen, dem Beginn der Wirtschafts‑, Handels- und Finanzblockade und der militärischen Invasion in der Schweinebucht um ein revolutionäres Cuba zu verhindern.….
Ich frage SRF, ob das Ihr Qualitätsjournalismus ist, dem so offensichtlich jede Sorgfaltspflicht und Ausgewogenheit fehlt, geschweige denn die fehlende Suche nach der Wahrheit, der sich einfach mit Personen wie «Aida», oder Boris González Arenas und einigen andern zufriedengibt. Obwohl es auch viele andere, unabhängige Menschen gäbe (Ich könnte Ihnen eine grosse Liste von unabhängigen Leuten zur Verfügung stellen, Kulturschaffende, Bauern/Bäuerinnen, Arbeitende, Student*innen, ehemalige Milizionär*innen, usw.), die ein komplexeres, teilweise auch offen kritisches, aber nicht so einseitiges und nur negatives Bild von Cuba zeichnen würden. Zum Beispiel die oben erwähnte Georgina Alfonso González, Direktorin des Instituto de Filosofía Cuba. Zudem koordiniert sie das feministische Netzwerk «Berta Cáseres», das die Stärkung der Position der Frau sowie die Prävention, Aufdeckung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen fördert. Gerade kürzlich hat dieses Netzwerk «Berta Cáseres» einen internationalen Kongress im Soziokulturellen Zentrum «Espacios Creativos» in Havanna Vieja mitorganisiert. Frau Alfonso González schreibt und veröffentlich immer wieder Texte, in denen sie sich kritisch mit der Realität, auch der ökonomischen, Cubas auseinandersetzt. Kürzlich erschien «2000 Palabras sobre Cuba», eine kritische, jedoch nichtimperialistisch orientierte Auseinandersetzung mit Cuba. Äusserst lesenswert. Sie kennen es nicht? Nein. Espacios Creativos Habana auch nicht? Aber SIE sind doch Journalistin! Gerne weise ich Sie auch auf das Interview vom bekannten und in Cuba – und weiten Teilen der Welt – äusserst beliebten Sängers und Musiker Silvio Rodriguez (schon oben erwähnt) in der mex. «Jornada» vom 28.3. 2026 hin: «El pueblo cubano está dispuesto a defender so soberanía con las armas”. Natürlich nicht alle. Ihr Kronzeuge Boris González Arenas wäre wohl auf der anderen Seite, der Seite des imperialistischen Angriffskriegs des Beinahe- Friedensnobelpreisträgers Trump. Für die Demokratie. Für eine freie Presse.….. à la Mike Hammer und «Truth Social».
Offensichtlich haben Sie es sich zum Ziel gesetzt, völlig einseitig von «.….Alltag zwischen Propaganda, Planwirtschaft, Repression und Korruption.» zu schreiben. Die alles bestimmende und Cuba seit mehr als 65 Jahren erstickende Blockade kommt in dieser Aufzählung nicht einmal mehr vor. Auch vor dem immer noch vorbildlichen, wenn auch in einer überaus schwierigen Situation steckenden Gesundheitswesen machen Sie nicht halt: «Doch auf der Insel selbst ist das Gesundheitswesen seit Jahren in einem äusserst kritischen Zustand. Vieles ist in Kuba veraltet und schlecht instandgehalten. Die medizinischen Geräte, die Strominfrastruktur, die Häuser.» Akribisch zählen Sie auf: « An einigen Stellen an den Wänden leuchtet grüner Schimmel, es sind kaum Patientinnen und Patienten da». Dann kommen Sie zum Schluss: «Zum Teil wegen der jahrzehntelangen Wirtschaftsblockade der USA, zum Teil, weil der sozialistische Staat nicht darin investiert.» Nicht investiert??? Ja wie denn? Schon von der Liste «State Sponsors of Terrorism», und in deren Folge von der finanzieller Ausblutung Cubas, zu der auch der äusserst perfide, unmenschliche Angriff auf die Ärzt*innen-Brigaden gehört? Das ist purer Zynismus einer kolonialistischen 1. Welt-basierten Journalistin (ja, ich wiederhole mich) . Denn Sie erwähnen zwar, dass «Kuba exportiert bis heute Ärztinnen und Ärzte, um andere Länder zu unterstützen.», aber Sie erwähnen nicht den krassen und unmenschlichen Angriff der USA auf den Einsatz dieser Ärztinnen und Ärzte, indem Trump andere Länder einfach erpresst, diese Gesundheitsbrigaden aus dem Land zu schmeissen. Sogar Italien hat dies thematisiert und die Provinzregierung von Kalabrien hat sich klar gegen diese Erpressung gewehrt und lässt die Ärzt*innen im Land weiterarbeiten. Andere Länder können das nicht, ihre Regierungen haben Angst, sonst US- weggeputscht oder mit hohen Zöllen wirtschaftlich erpresst zu werden oder aber sie wurden ganz einfach geschmiert (wie u.a. in Honduras).
Noch einmal: Souveräner, ausgewogener professioneller Journalismus, Frau Lemmenmeier und SRF, sieht anders aus. Ihr immer wieder durchblickender Zynismus, die fehlenden Informationen zu wichtigen erklärenden Zusammenhängen, die fehlende Sorgfaltspflicht, Ihre Einseitigkeit und Pauschalisierungen sind schlicht nicht akzeptabel.
Übrigens: wer in der Schweiz kennt denn nicht Wilhelm Tell?.…. Indoktrination?
Den Menschen in Cuba helfen Sie auf diese Weise mit diesem unseriösen und irreführenden sowie an etlichen Stellen demagogischen Bericht ganz sicher nicht. Auch wenn Sie das «Aida» vormachen wollen. Und dem Publikum hier, die Meinung «Aidas» und von González Arenas sei in Cuba die vorherrschende. Aber die Antisozialist*innen und die reaktionären, neoliberalen Trumpist*innen wie u.a. Gonzáles Arenas oder einige Exil-Cubaner*innen in der Schweiz und anderswo werden jubeln: Sicher schon bald wird Cuba von Trump/Rubio «übernommen» und zur nächsten US-amerikanischen Provinz wie Puerto Rico werden. Zwar völkerrechtswidrig und menschenrechtsfeindlich, aber was spielt denn ein so unbedeutendes Detail heutzutage noch für eine Rolle.….
Frau Lemmenmeier, Frau Meier, wir fordern von Ihnen, resp. von SRF, uns Raum für eine Gegendarstellung zu geben.
Cuba sí — Bloqueo no!!
Cuba resiste y no está sola!
Gemeinsam mit der cubanischen Bevölkerung die Revolution gegen die imperialistische Aggression verteidigen!
Solidarische Grüsse
Cuba Solidarität Vilma Espín Zürich-Ostschweiz
www.cuba-solidaritaet.ch
@ cuba_vilma_espin
