US-Ter­ror gegen Kuba

By Published On: Juni 5, 2026Cate­go­ries: News

(05.06.2026: Tages­zei­tung jun­ge Welt von Vol­ker Hermsdorf)

Washing­ton zerstört ökonomische Lebens­grund­la­ge der sozia­lis­ti­schen Insel. Ausländische Unter­neh­men zie­hen wegen Sank­ti­ons­dro­hun­gen ab – Zah­lungs­ver­kehr mit Kre­dit­kar­ten eingestellt.

Es soll der fina­le Schlag gegen Kuba wer­den. US-Präsident Donald Trump zieht dabei alle Regis­ter, er will den Regime-Chan­­ge. Mit­tels Blo­cka­de der Ener­gie­ver­sor­gung, mit­tels Hun­ger­po­li­tik gegen die Bevölkerung. Und nun wol­len die USA der sozia­lis­ti­schen Insel die ökonomische Exis­tenz­grund­la­ge kom­plett entziehen.

Als Fol­ge einer von Trump am 1. Mai verfügten Anord­nung kann Kuba ab Sonn­abend kei­ne Ein­nah­men mehr aus tou­ris­ti­schen Dienst­leis­tun­gen oder Warenverkäufen über die Kre­dit­kar­ten von Visa- und Mas­ter­card erzie­len. Inter­na­tio­na­le Tou­ris­tik­fir­men setz­ten den Betrieb von rund drei Dut­zend Hotels aus, eini­ge wol­len ihre Aktivitäten in Kuba been­den. Seit Mon­tag bie­tet die spa­ni­sche Flug­ge­sell­schaft Ibe­ria kei­ne Direktflüge nach Havan­na mehr an.

Nach Anga­ben der kuba­ni­schen Zen­tral­bank (BCC) hat das ausländische Kre­dit­in­sti­tut, das bis­lang den Zah­lungs­ver­kehr mit Visa und Mas­­ter­­card-Kar­­ten auf der Insel abwi­ckel­te, am Diens­tag die Geschäftsbeziehung mit der staat­li­chen kuba­ni­schen Part­ner­fir­ma Fin­cim­ex S. A. aufgekündigt. Die Ent­schei­dung ste­he »in direk­tem Zusam­men­hang mit der Exe­cu­ti­ve Order Nr. 14404 vom 1. Mai, die vom US-Präsidenten als Teil sei­ner Stra­te­gie zur Erdros­se­lung des kuba­ni­schen Vol­kes erlas­sen wur­de«, heißt es in der BCC-Mit­­tei­­lung. Eine Woche nach Veröffentlichung der Ver­ord­nung hat­te die US-Regie­rung ihre ein­sei­ti­gen Zwangs­maß­nah­men gegen die Insel noch­mals aus­ge­wei­tet und stra­te­gi­sche Säulen der kuba­ni­schen Wirt­schaft ins Visier genommen.

Die neu­en Sank­ti­ons­dro­hun­gen rich­ten sich gegen jede Per­son, Fir­ma oder Orga­ni­sa­ti­on, die in Sek­to­ren tätig ist, die für die Devi­sen­ein­nah­men der Insel von ent­schei­den­der Bedeu­tung sind, dar­un­ter die Moa Nickel S. A., ein Joint Ven­ture zwi­schen der kuba­ni­schen Regie­rung und dem kana­di­schen Unter­neh­men Sher­ritt Inter­na­tio­nal, sowie die den Streitkräften unter­ste­hen­de Gae­sa (Gru­po de Administración Empre­sa­ri­al S. A.), zu der auch die Fin­cim­ex gehört. Der Rückzug der in der BCC-Mit­­tei­­lung nament­lich nicht genann­ten Bank, die erklärt habe, es sei ihr auf­grund der US-Maß­­nah­­men »unmöglich, die Ver­ein­ba­run­gen mit dem kuba­ni­schen Part­ner fort­zu­set­zen«, führe nun dazu, dass »alle finan­zi­el­len Ver­bin­dun­gen der Insel mit dem Aus­land gekappt wer­den«, fol­ger­te die spa­ni­sche Agen­tur Efe. Zwar sind Devi­sen­zah­lun­gen laut BCC wei­ter­hin in bar, mit natio­na­len Pre­paid­kar­ten und mit den inter­na­tio­na­len Kar­ten Mir und Uni­onpay aus Russ­land und Chi­na möglich, doch der Scha­den für die Volks­wirt­schaft ist immens.

Im Zusam­men­hang mit Trumps Exe­cu­ti­ve Order steht auch der teil­wei­se oder vollständige Rückzug wich­ti­ger Part­ner­fir­men in ver­schie­de­nen Sek­to­ren. Der Grund: An die­sem Frei­tag endet eine von den USA gesetz­te Frist für ausländische Unter­neh­men, ihre wirt­schaft­li­chen und geschäftlichen Bezie­hun­gen zu Kuba sowie zu den von Gae­sa ver­wal­te­ten Betrie­ben zu been­den, wenn sie Sank­tio­nen der US-Regie­rung ver­mei­den wol­len. Nach der kana­di­schen Grup­pe Blue Dia­mond und der indo­ne­si­schen Archi­pe­la­go Inter­na­tio­nal kündigte des­halb Anfang Juni auch die mal­lor­qui­ni­sche Grup­pe Ibe­r­o­star an, die Ver­wal­tung von zwölf ihrer 18 Hotels in Kuba auf­zu­ge­ben, die zur Hotel­toch­ter Gavio­ta von Gae­sa gehören.

Neben den im Tou­ris­mus tätigen Ein­rich­tun­gen haben nach dem US-Erlass wei­te­re Unter­neh­men aus unter­schied­li­chen Wirt­schafts­be­rei­chen ihren Exodus aus Kuba bekannt­ge­ge­ben. Das bedeu­tends­te Bei­spiel ist das erwähnte kana­di­sche Berg­bau­un­ter­neh­men Sher­ritt, die größte ausländische Inves­ti­ti­on in Kuba. Während Washing­ton die Schlin­ge um den Hals der kuba­ni­schen Bevölkerung immer enger zieht, bestritt Trumps Außen­mi­nis­ter Mar­co Rubio am Diens­tag bei einer Anhörung im Senat erneut die Ver­ant­wor­tung der US-Blo­ck­a­­de für die Kri­se auf der Insel. Das ein­zi­ge, »was sich geändert hat, ist, dass sie kein kos­ten­lo­ses Öl mehr aus Vene­zue­la erhal­ten«, erklärte Rubio zynisch. Übersetzt: Die USA wol­len Kuba den Todes­stoß ver­set­zen – mit aller Macht, mit aller Gewalt.

https://www.jungewelt.de/artikel/523659.us-imperialismus-us-terror-gegen-kuba.html