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- Published On: Oktober 1, 2026Categories: Aktivitäten
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US-Offensive gegen Kuba vor UN-Abstimmung gegen Blockade
23.10.2026 / amerika21 / von Edgar Göll
Treffen der US-Botschaft bei der UN mit “exilkubanischen Terroristen”. USA setzen Staaten vor Abstimmung unter Druck. Kuba bestreitet Vorwurf, Söldner in die Ukraine zu entsenden.
Havanna/New York. In einer Pressekonferenz hat der Außenminister Kubas, Bruno Rodríguez Parrilla, am Mittwoch eine teilweise geheim geführte Kampagne der US-Regierung gegen Kuba offengelegt. Demnach kam es am 19. Oktober auf informelle Einladung des UN-Botschafters der USA, Mike Waltz, zu einem Treffen im UN-Gebäude, das offenbar gegen die Gepflogenheiten, Normen und Verhaltensregeln bei der Nutzung von Ressourcen im UN-Hauptquartier verstieß.
Unter den von Waltz speziell akkreditierten Teilnehmern befanden sich laut Rodríguez drei verurteilte und gesuchte exilkubanische Terroristen und Kriminelle. Sie sind auf einer offiziellen, der UN gemäß der Resolution
1.373 des UN-Sicherheitsrats vorliegenden Liste aufgeführt, weil sie “an der Förderung, Planung, Organisation, Finanzierung, Unterstützung oder Begehung von Handlungen beteiligt waren, die auf kubanischem Staatsgebiet oder in anderen Ländern im Rahmen terroristischer Handlungen begangen wurden”.
Bei jener Veranstaltung ging es darum, Gegenstimmen gegen die Kuba-Resolution aufzubauen. Grundlage für die Vorwürfe sind die offiziellen Videomitschnitte und Protokolle der UN-Verwaltung. Denn am 27. Oktober werden in der UN-Generalversammlung Statements von den Botschaftern verschiedener Staaten zu der Resolution abgegeben, mit der die US-Blockade verurteilt und ihre Beendigung gefordert werden wird. Am nächsten Tag wird dann über die Resolution zur Verurteilung der Blockade abgestimmt, die seit 33 Jahren eine fast einmütige Zustimmung erhalten hat.
Diesmal jedoch gibt es zwei veränderte Faktoren. Zum einen wurde die bisherige US-Blockadepolitik durch eine totale Treibstoffblockade und weitere Zwangsmaßnahmen weiter verschärft. Sie verstößt somit noch direkter und offener gegen internationales Recht. Zum anderen verschärft die US-Regierung ihre Kampagne gegenüber zahlreichen Regierungen, damit diese gegen die Resolution stimmen, sich enthalten oder den Saal verlassen.
Dies bewerkstelligt die US-Regierung nicht nur durch das oben erwähnte Treffen in der UN-Zentrale, sondern auch durch Briefe, Depeschen sowie persönliche Ansprache. Die mehr oder weniger deutlich vorgebrachten Druckmittel seien umfangreich und umfassen beispielsweise die Androhung von Strafzöllen, die Aussetzung von Kooperationsprogrammen, die Verweigerung von Visa für Regierungsbeamte, die Unterstützung von oppositionellen Kräften gegen die jeweiligen Regierungen sowie die Einmischung in Wahlprozesse. Nach Aussage von Rodríguez gehen in seinem Amt immer wieder Informationen über diese Praktiken ein.
Rodríguez wies nachdrücklich darauf hin, dass die Blockadepolitik keineswegs nur ein bilateraler Konflikt sei, sondern die ganze Weltgemeinschaft beträfe, weil die Regelverletzungen inzwischen zahlreiche Staaten beträfen und das Völkerrecht und den Multilateralismus weiter zerstören würden. Er sagte: “Was die Generalversammlung erörtern wird, betrifft die Hoheitsrechte aller Staaten der Welt; es betrifft die Verteidigung der Interessen durch Staatenbündnisse wie beispielsweise die Europäische Union. Wird die Europäische Union, werden andere Staaten die extraterritoriale Anwendung von Blockaden gegen ihre nationalen Interessen, gegen ihre Unternehmen, ihre Geschäftsleute und ihre Bürger akzeptieren?”
Zu der US-Offensive gehört nach Angaben von Rodríguez auch, dass speziell in Europa US-Außenminister Marco Rubio derzeit lanciert, Kuba würde Söldner nach Russland schicken, um im Ukrainekrieg zu kämpfen. Dieser Vorwurf wurde bereits früher gemacht und von der kubanischen Regierung bestritten.
Neben den jüngsten zusätzlichen Sanktionen und Einschüchterungsversuchen gegen Kuba hat Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier einen staatlichen Haftbefehl gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro erlassen (amerika21 berichtete [3]). Grund sei laut Anklage Castros Verantwortung als damaliger Verteidigungsminister für den Abschuss zweier Kleinflugzeuge von Exilkubanern im Jahr 1996.
Kubas Außenminister äußerte die Auffassung, dass diese Aktivitäten Teil einer umfangreichen Kampagne der US-Regierung seien, von den eigenen völkerrechtswidrigen und genozidalen Aggressionen gegen Kuba abzulenken. Kurz vor den Zwischenwahlen in den USA am 4. November sei die Angst der Trump-Rubio- Regierung vor der 34. Abstimmungsniederlage in der UN-Generalversammlung sehr groß, weshalb sie zu diesen Mitteln greife.
Quellen:cubaminrex [4] cubaminrex [5] jw [6] Tags:US-Imperialismus [7] Multilateralismus [8] US-Blockade [9] Vereinte Nationen [10]
Links:
[1] https://amerika21.de/image/28550[2] https://www.facebook.com/photo/?fbid=1564736219025647&set=pb.100064678510460.-2207520000[3] https://amerika21.de/2026/10/291296/florida-mordanklage-raul-castro[4] https://misiones.cubaminrex.cu/de/articulo/vollstaendige-transkription-der-pressekonferenz-des-ministers-fuer-auswaertige [5] https://cubaminrex.cu/es/cuba-reitera-su-rechazo-los-intentos-de-estados-unidos-de-involucrarla-en-el-conflicto-en-ucraniaVeröffentlicht auf amerika21 (https://amerika21.de) Quellen-URL:https://amerika21.de/2026/10/291375/us-offensive-gegen-kuba-vor-der-un
