- Januar 2026 Radio Coco
Von: María Karla Fernández Mustelier
In der Gemeinde Cerro in Havanna ist die organoponische Farm Primero de Julio ein Beispiel für städtische und vorstädtische Landwirtschaft, die anhand konkreter Fakten die Stärke des genossenschaftlichen Produktionsmodells demonstriert.
Diese auf einer Fläche von rund zwei Hektar angelegte Basiseinheit der genossenschaftlichen Produktion geht über ihre eigentliche Funktion des Anbaus hinaus und wird zu einer Säule der sozialen Versorgung und der Stabilität der Gemeinschaft.
Mit Hilfe ökologischer Anbaumethoden erzielt dieser Bauernhof eine geschätzte Ernte von rund 16 Doppelzentnern verschiedener Gemüsesorten und Gewürze. Seine wahre Bedeutung zeigt sich jedoch in der Verwendung seiner Produkte: Ein erheblicher Teil der Ernte wird an zwei Krankenhäuser und drei Pflegeheime in der Region geliefert.
Vicente Varcenas, der Leiter der Einheit, erläuterte dem Radiosender COCO den doppelten Zweck des Projekts: „Wir verfolgen ein zweifaches Ziel: Wir wollen ein wichtiges Bindeglied im staatlichen Sozialernährungsprogramm für die bedürftigsten Einrichtungen sein und gleichzeitig die umliegende Gemeinde direkt versorgen. Deshalb betreiben wir hier neben den zugesagten Lieferungen auch einen Direktverkauf, wo die Bevölkerung einen Teil unserer Produktion zu sehr günstigen Preisen erwerben kann.“
Dieses Marketingmodell, das ohne Zwischenhändler auskommt und auf kostengünstiger lokaler Produktion basiert, ermöglicht es, die Preise erschwinglich zu halten und ist ein Beispiel dafür, wie gemeinschaftlich entwickelte Lösungen zur wirtschaftlichen Stabilität und Ernährungssouveränität beitragen.
Die nach einem historischen Datum benannte Stadtfarm Primero de Julio veranschaulicht somit das transformative Potenzial urbaner Landwirtschaft. Sie liefert nicht nur Lebensmittel, sondern stärkt auch den sozialen Zusammenhalt, unterstützt Gemeinschaftseinrichtungen und fördert eine Kreislaufwirtschaft und solidarische Wirtschaft.
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