Vor Kuba gekapert

By Published On: Okto­ber 4, 2026Cate­go­ries: News

Jun­ge Welt / 05.10.2026 / Von Vol­ker Hermsdorf/

US-Küstenwache fängt Tan­ker mit »ille­ga­lem« Treib­stoff für Insel­staat ab!

In einem erneu­ten Pira­ten­akt hat die US-Küstenwache ein mit Treib­stoff für Kuba bela­de­nes Schiff geen­tert, unter ihre Kon­trol­le gebracht und in den mexi­ka­ni­schen Hafen Pro­gre­so eskor­tiert. Wie die den US- Streitkräften unter­stell­te Behörde am Frei­tag bekannt­gab, wur­de das 100 Meter lan­ge Con­tai­ner­schiff »Grace« im Rah­men »koor­di­nier­ter Maß­nah­men gegen den ille­ga­len Treib­stoff­han­del mit Kuba« auf­ge­bracht. In Puer­to Pro­gre­so habe ein Inspek­ti­ons­team der mexi­ka­ni­schen Mari­ne »gro­ße Men­gen Treib­stoff in den Bal­last­tanks der Grace« ent­deckt. In einer ähnlichen Akti­on sei das Motor­schiff »Jai­ra Pro­vi­der« bereits im Som­mer dar­an gehin­dert wor­den, »ille­gal« Treib­stoff auf die Insel zu trans­por­tie­ren, heißt es in der Mit­tei­lung der US-Küstenwache.

Wie die New York Times berich­tet, war die »Grace« am 5. Sep­tem­ber im Kari­bi­schen Meer zwi­schen Mexi­ko und Kuba geka­pert wor­den. Die Küstenwache mach­te kei­ne Anga­ben dazu, woher der Treib­stoff auf den bei­den abge­fan­ge­nen Schif­fen stamm­te, teil­te jedoch mit, dass sie aus dem pana­mai­schen Hafen Colón aus­ge­lau­fen waren. Die unter der Flag­ge der Komo­ren fah­ren­de »Grace« gehört einem in Riga (Lett­land) regis­trier­ten Unter­neh­men, die »Jai­ra Pro­vi­der« ist in St. Kitts und Nevis behei­ma­tet. Ver­tre­ter der Küstenwache lehn­ten es ab, Aus­kunft darüber zu geben, wie die Behörde zu der Behaup­tung gelang­te, dass der Treib­stoff für Kuba bestimmt war, und ver­wie­sen ledig­lich auf »Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen«.

Während ein Spre­cher der Küstenwache den Pira­ten­akt mit der Behaup­tung recht­fer­tig­te, »ille­ga­le Treib­stoff­trans­por­te« würden »gegen das Völkerrecht ver­sto­ßen«, kom­men­tier­te die New York Times am Frei­tag: »Die Maß­nah­men zei­gen, dass die Trump-Regie­rung nicht nur mit Strafzöllen droht, son­dern das Militär ein­setzt, um die Treib­stoff­blo­cka­de gegen Kuba durch­zu­set­zen.« Die­se Poli­tik habe »zu weit­ver­brei­te­tem Leid unter den Ein­woh­nern geführt«. Das mexi­ka­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um hat­te auf eine Anfra­ge der Tages­zei­tung La Jor­na­da mit der Bit­te um Infor­ma­tio­nen zur Betei­li­gung mexi­ka­ni­scher Behörden an der Ope­ra­ti­on, nach Anga­ben der Zei­tung bis zum Wochen­en­de nicht reagiert.

Obwohl der Bestim­mungs­ort des Schif­fes von Havan­na zunächst nicht bestätigt wur­de, beklag­te das kuba­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um am Frei­tag, dass »im Jahr 2026 bis­lang nur ein ein­zi­ger Tan­ker« die Insel erreicht habe. Außen­mi­nis­ter Bru­no Rodríguez hat­te die Treib­stoff­blo­cka­de gegen sein Land in der UN- Gene­ral­ver­samm­lung vor einer Woche als See­blo­cka­de bezeich­net, »die im Völkerrecht als Kriegs­hand­lung defi­niert ist«. Seit Janu­ar sei die Poli­tik der Trump-Regie­rung noch »grau­sa­mer und gefährlicher« geworden.

»Der Wirt­schafts­krieg rich­tet sich gegen das Volk und trifft die gesam­te kuba­ni­sche Bevölkerung. Er for­dert Men­schen­le­ben, ver­ur­sacht indi­vi­du­el­les und kol­lek­ti­ves Leid und erzeugt Ängste«, erklärte der Diplomat.

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