UNO for­dert: Unblock Cuba!

By Published On: Okto­ber 29, 2026Cate­go­ries: News

Jun­ge Welt / 30.10.2026 / von Vol­ker Hermsdorf/

Überwiegende Mehr­heit der UN-Mit­­glie­d­­staa­­ten stimmt gegen US- Blo­cka­de. BRD enthält sich erst­mals seit 1996.

Als erneu­ten »Sieg Kubas bei der UNO« fei­er­te die kuba­ni­sche KP-Zei­­tung Gran­ma am Don­ners­tag auf ihrer Titel­sei­te das Abstim­mungs­er­geb­nis vom Vor­tag. Trotz einer aggres­si­ven US-Kam­­pa­­g­ne hat­te die Gene­ral­ver­samm­lung am Mitt­woch zum 34. Mal in Fol­ge mit der überwältigenden Mehr­heit von 130 zu 17 Stim­men die sofor­ti­ge Been­di­gung der seit 65 Jah­ren bestehen­den Blo­cka­de Kubas gefor­dert. Über 90 Pro­zent der UN-Mit­­glie­d­­staa­­ten wider­stan­den zwar dem Druck der USA, die zahl­rei­che Regie­run­gen mit Dro­hun­gen dazu drängten, in die­sem Jahr gegen die Reso­lu­ti­on zu stim­men, doch 25 Länder ent­hiel­ten sich, dar­un­ter auch die BRD. Das Abstim­mungs­er­geb­nis spie­gel­te zudem das – nicht zuletzt durch Trumps Unterstützung erfolg­te – Erstar­ken der extre­men Rech­ten wider, vor allem in Latein­ame­ri­ka, aber auch in Europa.

Auch wenn die Genug­tu­ung von Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel all­zu verständlich scheint – er bezeich­ne­te das Ergeb­nis als »Tri­umph über die­je­ni­gen, die auf Lügen und Erpres­sung set­zen, um eine gan­ze Nati­on mit einer kol­lek­ti­ven Bestra­fung zu unter­wer­fen« –, ist die Unterstützung für die kuba­ni­sche Initia­ti­ve zurückgegangen. 2024 erhielt die Reso­lu­ti­on noch 187 Jastim­men und zwei Nein­stim­men, ein Staat ent­hielt sich. Vor einem Jahr waren es 165 Jastim­men, sie­ben Nein­stim­men und zwölf Ent­hal­tun­gen. Neben den USA selbst und Isra­el, die bis dahin bei nahe­zu jeder Vor­la­ge gegen den Text stimm­ten, votier­ten die rech­ten Regime in Argen­ti­ni­en, Para­gu­ay, Ungarn, Nord­ma­ze­do­ni­en und der Ukrai­ne zuguns­ten Washing­tons. In die­sem Jahr gesell­ten sich Bos­­ni­en-Her­­ze­­go­­wi­­na, Kolum­bi­en, Cos­ta Rica, Ecua­dor, Tsche­chi­en, Litau­en, Marok­ko, Slo­we­ni­en, Tri­ni­dad und Toba­go und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te zu den Vasal­len des Trump-Regimes. 20 Länder, dar­un­ter Vene­zue­la, das wegen Beitragsrückständen kein Stimm­recht hat, nah­men nicht an der Abstim­mung teil.

Zum ers­ten Mal seit 1996 miss­ach­te­te die Bun­des­re­gie­rung bin­den­de Beschlüsse der EU. Der Ver­tre­ter Ber­lins unter­warf sich mit sei­ner Ent­hal­tung einem Appell von Trumps UN-Bot­­schaf­­ter Mike Waltz, der die UN-Dele­­ga­­tio­­nen auf­ge­for­dert hat­te: »Tra­gen Sie mit Ihren Stim­men nicht zur Miss­hand­lung des kuba­ni­schen Vol­kes bei.« Wer das Volk Kubas tatsächlich miss­han­delt, hat­te Mexi­kos Ver­tre­ter Héctor Vas­con­ce­los dage­gen bereits zur Eröffnung der Debat­te am Mitt­woch deut­lich gemacht, indem er beton­te, dass die Blo­cka­de die wirt­schaft­li­che und sozia­le Ent­wick­lung der Insel behin­de­re, »mit direk­ten Fol­gen für das Wohl­erge­hen der Bevölkerung«. Des­halb sei die Been­di­gung der Blo­cka­de »eine drin­gen­de Not­wen­dig­keit und stellt ein humanitäres Gebot dar«.

Während Chi­nas Spre­cher Fu Cong einen nachdrücklichen Appell an die Mit­glied­staa­ten rich­te­te, sich ent­schie­den gegen ein­sei­ti­ge Zwangs­maß­nah­men zu stel­len, die kei­ne Grund­la­ge im Völkerrecht haben und nicht vom Sicher­heits­rat gebil­ligt wur­den, gei­ßel­te Russ­lands Bot­schaf­ter Was­si­li Neben­s­ja den Zynis­mus der US-Regie­rung und ihrer Gefolg­schaft, die ver­such­ten, Kuba die Schuld an sei­ner wirt­schaft­li­chen Not­la­ge zu geben. Neben­s­ja pran­ger­te an, dass die Erdrückungspolitik der USA ein bei­spiel­lo­ses Aus­maß an wirt­schaft­li­cher und militärischer Aggres­si­on erreicht habe. Er frag­te, wel­che Nati­on sich über Was­ser hal­ten könnte, wenn ihr durch extra­ter­ri­to­ria­le Sank­tio­nen, die gegen die Souveränität drit­ter Staa­ten ver­sto­ßen, der Zugang zu Ener­gie, Lebens­mit­teln und inter­na­tio­na­len Finanz­trans­ak­tio­nen ver­wehrt wird.

Offen­sicht­lich verärgert über die mehr­heit­lich schar­fe Ableh­nung der US-Poli­­tik, pro­vo­zier­te Trumps Ver­tre­ter Waltz einen Eklat: Neben einer vulgären Hass­ti­ra­de gegen Kuba schrie er auch Bru­no Rodríguez, den Außen­mi­nis­ter der Insel­re­pu­blik, bei Errei­chen des Red­ner­pults an: »Hal­te Abstand. Das ist Ame­ri­ka, mein Freund, und nicht dei­ne kom­mu­nis­ti­sche Dik­ta­tur!« Nach hef­ti­gen Wort­ge­fech­ten ver­wies das US- Außen­mi­nis­te­ri­um dann in einer wei­te­ren Eska­la­ti­ons­stu­fe einen kuba­ni­schen UN-Diplo­­ma­­ten des Landes.

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